Asil-Arabergestüt El Kadir - Zuchtprogramm
Arabischer Typ, ein kooperativer Charakter mit guten Nerven und ein leistungsbetontes Gebäude sind Zuchtziel des Araber-Gestütes El Kadir.
Dieses Ziel sah Andrea Klein 1979 am ehesten in den Pferden des Hamasa Gestütes von Dr. Walter Olms verwirklicht. So stellte Andrea Klein sich das echte Beduinenpferd aus der arabischen Wüste vor. Pferde mit Typ, guten Nerven und freundlichem Charakter, korrektem Exterieur und starken Beinen und guten gleichgewichtigen Bewegungen. Dort erwarb sie schließlich ihren Stammhengst Hamasa Kadir und ihre Stammstute Inja von Tufail aus der Hamasa Zalee. Später kam noch Maamoon Anthea von Hamasa Arslan hinzu.
Mit Hamasa Kadir feierte Andrea Klein ihre ersten züchterischen Erfolge. Hamasa Kadir, ein Farag Sohn aus der Hamasa Kahila von Kaisoon, verließ seine Körveranstaltung als gekörter und prämierter Hengst und bestand ein Jahr später seine Leistungsprüfung (100 Tage Test) mit guten Noten. In späteren Jahren diente er seiner Besitzerin als vielseitiges Reitpferd auf Distanzritten und in Springprüfungen auf Warmblutturnieren. Gleichzeitig wurde er erfolgreich auf Schauen gezeigt (u.a. Senioren-Champion).
Die Abstammungen der Stammpferde von Andrea Klein und auch die ihres jetzigen Hengstes Shameer sind eine interessante Kombination verschiedener asiler Blutlinien.
Eine zentrale Rolle spielen die Pferde des amerikanischen Züchters Henry Babson über den Hengst Fadl und die Stute Turfa.
Fadl stammt wie die übrigen Stammstuten von Henry Babson aus alten ägyptischen Linien, die größtenteils auf die Importe der ägyptischen Pashas und Lady Anne Blunts dem Nedjd zurückgehen.
Die Stute Turfa war ein Geschenk des saudischen Königshauses an die britische Krone. Damit ist diese Stute eines der letzten arabischen Pferde aus dem zentralarabischen Nedjd-Gebiet, die in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts nach Europa kamen. Während des 2. Weltkrieges wurden die wertvollsten Pferde des britischen Königshauses nach Kanada evakuiert, unter Ihnen Turfa. Dort entdeckte sie Henry Babson. Er war von der Qualität der Stute so begeistert, dass er sie unbedingt erwerben musste.
Sowohl Fadl als auch Turfa hatten einen freundlichen , menschenbezogenen Charakter und waren gute Reitpferde. Fadl gewann zu seiner Zeit viele Reitklassen in den USA und bewährte sich auf Distanzritten. In seiner Freizeit diente er nebenher als Kutsch- und Kinderreitpferd.
Die Haupteigenschaften dieser Linien, Intelligenz, Menschenfreundlichkeit und Athletik, haben sich über Generationen hinweg sehr durchschlagend vererbt und leben noch heute in ihren Nachfahren weiter. Die Stammstute des Gestütes El Kadir, Inja von Tufail führt Turfa in der vierten Generation und erinnert in Charakter und Erscheinungsbild noch immer an ihre berühmte Ahnin Turfa.
Die Kombination mit den Rodania-Blutlinien der berühmten, modernen Ägypterhengste Farag und Kaisoon brachte mehr Trockenheit, Gang und längere Linien in die Zucht.
Nachdem die Töchter aus der Verbindung Inja und Maamoon mal Hamasa Kadir das zuchtfähige Alter erreicht hatten, erwarb Andrea Klein Shameer, einen braunen Hengst aus der Zucht von Arlette Studer.
Der Einsatz von Shameer erfolgte mit der Zielsetzung Oberlinie, Beine, Halsansatz und Schultern weiter zu verbessern. Gleichzeitig gibt er seinen Fohlen meist sein unerschütterliches Nervenkostüm mit. Abstammungsmäßig bietet er zum einen über seine Großeltern Hamasa Thureija, Sabah und Mohafez Blutanschluß an die Hamasa-Stammpferde. Über Ansata Halim Shah und die Inzucht auf Moniet el Nefous wurde die Blutbasis vorsichtig über verwandte Pferde erweitert.
Ob diese Eigenschaften weiterhin in den Pferden erhalten bleiben und von Generation zu Generation verbessert werden, das muß jedes Pferd, das im Gestüt El Kadir zur Zucht eingesetzt wird, beweisen. Alle Stuten erhalten eine solide reiterliche Grundausbildung und müssen als Lehrpferde für Erwachsene und Jugendliche Charakter und Nerven beweisen. Der Hengst Shameer hat neben seiner Tätigkeit als Lehrpferd zahlreiche Siege und Platzierungen in Dressurprüfungen der Klassen A-L errungen und glänzt immer wieder in verschiedenen Schaubildern des Araberzuchtverbandes. Im September diesen Jahres hat er für seine Leistungen beim Araberturnier in Aachen die Auszeichnung für das beste asile Pferd von HH Sheika Lulua al Sabbah erhalten.
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